01. März 2016   Politik

Neue Prioritäten für Kinder und Jugendliche

Am 24. Februar stellte der Wissenschaftler Ulrich Bürger die neueste Untersuchung des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg im Kreistag vor. Dabei kam er zu überraschenden Einsichten. Angesichts der großen zahlenmäßigen Verschiebungen zwischen Jung und Alt in den nächsten Jahren in der Bevölkerungsentwicklung fordert Bürger eine neue Prioritätensetzung: "Kein Kind und kein Jugendlicher darf verloren gehen!" Denn: Je weniger Junge, desto besser müssen sie ausgebildet sein, damit unsere Gesellschaft ihre Zukunftsaufgaben bewältigen kann. Dazu braucht sie alle Jugendlichen unter 18 Jahren. Bei uns im Ländle hat jeder dritte einen Migrationshintergrund. Bürger sieht in ihnen eine "zentrale Säule der Zukunftsgestaltung" und eine Möglichkeit, die Risiken des Wandels in der Bevölkerungszusammensetzung zu verringern. Rechtspopulisten mit ihrer ausländischerfeindlichen und rassistischen Propaganda gefährden dagegen die Herausforderungen für die Zukunft.

Entscheidend ist jedoch, die wachsende (Kinder-)Armut zu bekämpfen, sie "gefährdet in Zeiten des demografischen Wandels mehr denn je auch die Zukunftschancen der Gesellschaft" (Bericht). Bundesweit gibt es momentan 1,9 Mio. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die in Armut aufwachsen, 642.000 leben seit mehr als vier Jahren in Armut. Für sie wird Armut zu einem Dauerzustand, führt zu Perspektivlosigkeit und Erniedrigung. Im Ländle wächst inzwischen jedes sechste Kind in Armut auf - sie ist kein "Randphänomen", wie Bürger betont. Deshalb ist es ein Skandal, wenn Andrea Nahles (SPD-Bundesministerin!) die Anpassung der Hartz-IV-Regelsätze (auch für Kinder), die seit 2008 unverändert sind, weiter verschleppt und Bundesfinanzminister Schäuble von dem Haushaltsüberschuss von 22 Milliarden Euro keinen Cent für preiswerten Wohnungsbau herausrücken will. Das gefährdet die Zukunft von uns allen und verschärft die soziale Spaltung in unserem Land.

Um die Bildungschancen von Kindern von ihrer sozialen Herkunft abzukoppeln, fordert Bürger eine frühzeitige Förderung und Bildung ALLER Kinder, eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen (die die CDU, die SPD und die Grünen bisher in Rottenburg verhindert haben!) und eine neue "Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums". Wann nehmen die Regierenden in Berlin und Stuttgart solche Berichte endlich ernst?

Dr. Emanuel Peter (Gemeinde- und Kreisrat)

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