18. Januar 2016   Politik

Landraub ist moderner Kolonialismus

In seinem Leserbrief zur Filmvorführung von "Landraub" im Rottenburger Waldhorn-Kino versucht Klaus Stadel, solch engagierte Frauen wie Lioba Weingärtner und Hannah Wagner lächerlich zu machen. Dem muss man entschieden entgegentreten. Der Film „Landraub“ zeigt die katastrophalen Folgen des Landraubs durch US- und EU-Konzerne in Afrika. Seit 2008 - der größten Wirtschafts- und Finanzkrise seit 1929 - holen z.B. Deutsche Bank und Allianz aus der Spekulation mit Lebensmitteln riesige Profite. Dies kann man nachlesen in Schumann „Die Hungermacher“. Stadel benutzt die alte Leier der Mächtigen, eine angebliche Überbevölkerung sei für Hungerkrisen verantwortlich. Dagegen stellt Jean Ziegler, langjähriger UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, fest: Erstmals seit 1945 hätte die Menschheit Nahrungsmittel für das Doppelte der Weltbevölkerung - sie sind nur falsch verteilt. Hunger wird als Waffe der Herrschenden gegen die Armen eingesetzt (Syrien!). Das gilt für die erzwungene Mangelernährung bei den skandalösen Hartz-IV-Sätzen für Kinder bei uns. Ebenso für den Hungertod von Millionen Menschen. Sie fliehen davor als „Wirtschaftsflüchtlinge“. Ignorant verlangt Stadel Zahlen - Ziegler hat „gezählt“. Der Landraub, verbunden mit Enteignung der Bauern und Wasserentzug für Palmölplantagen, mit dem man „Agrardiesel“ produziert, betrug 2010 in Angola 500.000 ha, in Mali 100.000 ha, Benin 400.000 ha, Kongo 3 Mio. ha und Äthiopien 1,6 Mio. ha. Rechtspopulisten aller Art leugnen diese Fluchtursachen, die Verantwortung der Konzerne und der aggressiven EU-Handelspolitik.

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