18. Oktober 2014   Politik

Integrationsbeirat in Rottenburg auf gutem Weg!

Integrationsbeirat auf gutem Wege

Letzten Samstag fand in der Aula des Paul-Klee-Gymnasiums das 5. Integrationsforum in Rottenburg statt. Durch seine zahlreichen Aktivitäten wie das gut besuchte Fest der Nationen und die neue Interkulturelle Woche ist es bei Rottenburgern, ausländischen Vereinen und der Stadtspitze längst zu einer bewährten Institution geworden und hat viele Denkanstöße für gemeinsame Aktivitäten wie Koch- und Sprachkurse, Erzählcafés gegeben. Offensichtlich noch nicht für alle: Während die drei Bürgermeister und Vertreter der Linken und der SPD anwesend waren, glänzten alle anderen Gemeinderatsfraktionen durch Abwesenheit.

Organisiert von Andrea Narr und Brigitte Reinke (Bürgerschaftliches Engagement) berichtete die Integrationsbeauftragte Elke Cybulla von ihren Erfahrungen mit dem Internationalen Forum in Konstanz. Es besteht aus 12 Migranten und Vertretern aller Gemeinderatsfraktionen, die fünf Themengebiete bearbeiten und dem Gemeinderat Vorschläge einreichen, um die Integration zu erleichtern: Berufliche Qualifikation – Stadtentwicklung – Kultur/ Religion – Soziales – Bildung/ Sprachförderung.

In Rottenburg leben ca. 4.900 Personen aus 111 Nationen (11,7 Prozent der Bevölkerung), von denen die Hälfte an der politischen Teilhabe völlig ausgeschlossen ist, weil sie nicht aus der EU stammen. Selbst EU-Bürger, die teilweise seit Jahrzehnten hier leben, arbeiten und Steuern zahlen, dürfen nur an Kommunalwahlen teilnehmen, Landtags- und Bundestagswahlen sind ihnen versagt. Hier setzt sich DIE LINKE für ein volles Wahlrecht ein. Um die politischen Ausgrenzung zu beseitigen, diskutierten die gut vierzig Teilnehmer/innen des 5. Forums, unter ihnen auch einige Asylbewerber, sehr lebhaft und ideenreich über die „Politische Beteiligung für Migranten“ unter zwei Überschriften: Was wurde bisher erreicht und soll erhalten bleiben? - Was wollen wir in Zukunft erreichen?

Unter den zahlreichen Anregungen und Forderungen stachen hervor: Räumlichkeiten für öffentliche Treffs, um eine (erzwungene) häusliche Isolation zu überwinden, andere Menschen kennenzulernen und Deutsch im Alltag zu üben. Ansätze gibt es bereits mit dem Stammtisch Deutsch (Diskussion politischer Themen), dem internationalen Kochkurs, Aktivitäten wie Singen und Tanzen. Wichtig ist den Migranten, dass die Vereine mehr auf sie zugehen und ihnen Angebote machen. Denn viele Migranten sind gut qualifiziert, haben ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder können Sportkurse anbieten. All das liegt hier brach und führt bei ihnen häufig zu Depressionen. Vielfach erfahren sie auch überhaupt nicht von Informationen und Tätigkeiten, obwohl sie sich im Elternbeirat oder in Vereinen engagieren möchten. Deshalb wurden Tandem-Patenschaften zwischen Lehrern und Eltern vorgeschlagen, um Schulprobleme der Kinder besser zu lösen. Kernanliegen vieler Migranten und Asylbewerber sind jedoch ihre sozialen Sorgen: ein fehlender Arbeitsplatz wegen der Arbeitssperre oder Misstrauens von Unternehmern, die Wohnungsnot oder zu teure Wohnungen, Sprachkurse für eine bessere Qualifikation.

Nach Meinung des Forums können diese verschiedenen Aufgaben am besten durch ein Netzwerk gelöst werden, das von einer/ einem Integrationsbeauftragten koordiniert werden. Zur freudigen Überraschung sagte OB Neher eine Stelle dafür im nächsten Haushalt zu. Außerdem waren 20 Migrant/innen bereit, sich für das Ehrenamt einen/ einer sachkundigen Bürger/in im Sozialausschuss des Gemeinderats zu bewerben. Diese 20 Personen, die meisten von ihnen engagierte Frauen, werden die Keimform eines Integrationsbeirats bilden und aus ihrer Mitte jemanden selbst bestimmen, den sie für den Sozialausschuss vorschlagen. Damit soll erreicht werden, dass auch in Rottenburg ein Beirat die Interessen vieler Migranten permanent vertritt, legitimiert durch die städtischen und regelmäßigen Integrationsforen.

Solch ein umfassendes Konzept aus ständigem Integrationsbeirat, selbstbestimmter Vertreterin im Sozialausschuss, Zusammenarbeit mit einem Netzwerk und einer städtischen Integrationsbeauftragten für Koordination, Information und Zusammenarbeit hatten Migrantinnen zusammen mit der Linken bereits vor den Kommunalwahlen im Frühjahr ausgearbeitet. Sie dürfen nun ermutigt an die Arbeit gehen.

 

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