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05. April 2020  

Flüchtlingslager Moria - Solidarität ist unteilbar!

 

Teilerfolg für die Landwirte: Wochenlang blockierten Julia Klöckner und Horst Seehofer wegen Corona die Einreise von 80.000 Saisonarbeiter aus EU-Ländern. Jetzt werden sie auf unseren Feldern arbeiten, ihre Familien zu Hause ernähren und uns mit frischen Nahrungsmitteln versorgen. Nahversorgung statt gesperrter globaler Lieferketten und Discounter-Food. Auch dies lehrt uns Corona.

Seit drei Monaten fordern über 160 deutsche Städte im Bündnis Sichere Häfen, darunter Rottenburg und Tübingen, die Einreise von 1.600 unbegleiteten Kindern und Jugendlichenaus dem Lager Moria auf Lesbos, der „Schande Europas“ (Jean Ziegler). Für 2.800 Personen gebaut, „leben“ dort rund 22.000 Menschen mit drei Ärzten in katastrophalen hygienischen Verhältnissen, z.B. teilen sich 1.300 Menschen einen Wasserhahn. Bei einem Corona-Ausbruch würde das zu einer Katastrophe führen. Wie bekannt, gehören die minderjährigen Geflüchteten zur Altersgruppe mit dem geringsten Corona-Risiko. Sie der Pandemie auszusetzen, ist kriminell. Unsere Verantwortung für Geflüchtete hat Volker Rekittke im Übrigens anschaulich an Bangladesh aufgezeigt: Krisen treffen immer die sozial Schwächsten, dort und bei uns. Letzte Woche platzierte Angela Merkel in einer EU-Telefonkonferenz das Placebo, sie zusammen mit sieben anderen EU-Staaten schnell aufzunehmen. Auch in Rottenburg gibt es durchaus leerstehende Unterkünfte, z.B. das frisch renovierte Kurhaus in Bad Niedernau unter Obhut der Diözese.Worauf warten wir also?

 

(Leserbrief von Emanuel Peter ans Schwäbische Tagblatt, 5.4.2020)

 

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