22. Mai 2020  

Erhalt des Rottenburger Schlachthofs

Schlachthof Rottenburg – Die Linke im Kreistag (20.5.2020)

 

Laut Verwaltungsvorlage für die heutige Sitzung soll das von der Stadt Rottenburg in Auftrag gegebene Gutachten (Falkenstein) in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.

UNS ist unklar, um welche der beiden Stellungnahmen des Büros Falkenstein es sich dabei handelt. Denn die erste Stellungnahme enthielt sehr viele Fehler, weil sie ohne Besichtigung des Schlachthofes allein auf der Grundlage der Angaben der Rottenburger Verwaltung stattfand und auch deshalb zu völlig überhöhten Kostenschätzungen kommt.

 

Aus unserer Sicht sprechen einige Faktoren gegen eine Kooperation mit dem Schlachthof in Gärtringen:

 

- bei einer Beteiligung von Rottenburg muss auch Gärtringen erweitert und ertüchtigt werden. Wir fragen uns, warum mögliche Zuschüsse des Landkreises Tübingen nicht für Rottenburg, sondern für Gärtringen eingesetzt werden sollen

- in Gärtringen können Metzger und Schäfer den Zerlegungsgrad der Schlachttiere nicht bestimmen. Die Feinzerlegung ist nur grundsätzlich in einem gesonderten Betrieb möglich und bisher personell nicht abgesichert

- die Zuführung der Schlachttiere nach Gärtringen erfordert nicht nur weitere Transportwege zu Lasten der Tiere, sondern auch erhebliche Investitionen in größere Transportmittel wegen der vielfältigen Vorschriften beim Viehtransport. Dadurch verringert sich die Rentabilität für die Viehhalter wesentlich

- von daher haben schon mehrere Viehhalter angekündigt, bei einer Schließung des Rottenburger Schlachthofs die Viehhaltung und ihren Betrieb einzustellen. Dies hätte gravierende Folgen für die Kulturlandschaft um Rottenburg mit unseren schönen Streuobstwiesen, die von Kleinbauern beweidet werden. Somit würde die Biodiversität noch mehr gefährdet, wie der NABU in seiner Stellungnahme zu Recht betont.

 

Für die Beibehaltung des Rottenburger Schlachthofes in den nächsten Jahren „auf Sicht“ sprechen folgende Aspekte:

 

- wichtige Teile des städtischen Gebäudes wurden aufgrund des Gutachtens eines Rottenburger Architekten von 2016 bereits renoviert. Die Renovierungskosten für das städtische Gebäude können prinzipiell nicht zu Lasten des Schlachthofs gerechnet werden, da es auf jeden Fall erhalten bleibt

- aktuell ist der Schlachthof mängelfrei und kann uneingeschränkt genutzt werden. Der Vertreter des Büros Falkenstein hat dies bei seiner Besichtigung bestätigt und festgestellt, dass er in den letzten Jahren keinen Schlachthof mit so vielen Zertifikaten gesehen hat wie in Rottenburg

- der Schlachthof besitzt aktuell eine Biozertifizierung, ermöglicht die Schlachtung von Wasserbüffeln und eine Feinzerlegung ohne weitere Einschränkungen

- er bekommt deshalb große Unterstützung von ortsansässigen Landwirten, Metzgern, Schäfern und der Bevölkerung, die über 4.000 Unterschriften für seinen Erhalt gesammelt hat.

- die Stadt hat bis heute kein Konzept für eine anderweitige Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes vorgelegt, so dass ihr Handeln in der Öffentlichkeit auf großes Unverständnis stößt.

 

DIE LINKE tritt für eine Stärkung der regionalen Landwirtschaft ein. Die Produktion von regionalen Lebensmitteln in guter und frischer Qualität ist uns gerade in Zeiten von Corona und den Skandalen der Fleischindustrie sehr wichtig. Wir sind für eine Stärkung örtlicher Schlachthöfe, weil sie das Vertrauen der Bevölkerung haben, weniger CO2 beim Transport verursachen und den Naturschutz mit hohem Erholungswert in unseren typischen Streuobstwiesen ermöglichen.

 

Für DIE LINKE im Kreistag: Dr. Emanuel Peter

 

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