03. März 2017  

Aus dem Tagebuch eines verarmten DAX-Milliardärs

 

So ein Mist! Gerade wollte ich mit meinen Golf-Kumpanen einen edlen Champagner köpfen, da kräht Ulrich Schneider, dieser Marktschreier der Armut, mit seinem neuen „Armutsbericht“ über alle Bildschirme. Erst taucht Christoph Butterwegge als Gegenkandidat zum allseits verehrten Steinmeier, dem Architekten der Hartz-Gesetze, im Bundestag auf und macht ein unerträgliches Gewese über ein paar verarmte Gestalten, die nichts anderes tun, als den lieben, langen Tag vor der Glotze zu sitzen, anstatt sich um ihre Kinder zu kümmern. Und jetzt dieser Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, der angeblich für 10.000 soziale Organisationen spricht. Eine Unverschämtheit seine Behauptung, dass trotz unseres riesigen Aufschwungs und der Hochbeschäftigung die Armut in den letzten zehn Jahren gestiegen ist. Was sind schon lächerliche ein Prozent Arme mehr?

Dabei lief es doch gerade die letzten Jahren so gut! Erst haben wir unsere Banken mit Milliarden Steuergeldern sanieren lassen, nachdem wir sie der Bevölkerung als systemrelevant verkauft haben. Klar dass das Geld dann für Investitionen fehlte. Aber 132 Milliarden Euro als Investitionsstau allein in den Kommunen... Das ist doch übertrieben, wer glaubt denn sowas. Sollen die doch endlich sparen und nicht dauernd ihre Kitas, Schwimmbäder, Fahrradwege und Schulmensen ausbauen!

Dann haben wir die Lohnquote der Beschäftigten drastisch gesenkt, was kaum einer gemerkt hat. Aber wir haben's auf unserem Bankkonto gesehen. Schließlich wuchs unser privates Geldvermögen allein in den letzten Jahren um 1.100 Milliarden Euro. Dagegen sind doch 3.100 Euro tägliche Rente für Leute wie Winterkorn reine Peanuts. Die müssen ja täglich das Drecksgeschäft der Verneblung unserer Abgasaffäre erledigen, das ist nervliche Höchstleistung. Respekt! Da kann man schon mal großzügig bei der Heizung für die Koi-Karpfen sein.

Und damit das Ganze nicht zu sehr auffällt, darf jetzt Sankt Martin die Manager-Gehälter auf zehn Millionen deckeln und klitzekleine Korrekturen an der Agenda 2010 fordern. Merkel und Seehofer haben ihn ja gleich wegen politischer Fahnenflucht angegriffen. Gute Rollenverteilung! Da weiß dann die SPD-Basis, dass sie es mit der Agenda-Kritik nicht zu weit treiben darf. Sonst nutzen das die verkappten Kommunisten aus und wollen noch eine Millionärssteuer einführen, diese Sozialneider!Und es gelingt nicht mehr, das Thema aus den Bundestagswahlen herauszuhalten und alles auf die Flüchtlinge abzuwälzen. Das wäre eine Katastrophe!

Aber gut, dass der Georg, ja der Georg Landsberg vom Deutschen Städte- und Gemeindebund dem Schneider gleich dazwischengegrätscht ist. Wenn man für die Armutsquote auch noch die 2,8 Mio. Studenten und die Flüchtlinge einrechnet, alle, die nichts leisten und immer höhere Forderungen stellen. Wo kommen wir denn dann hin, diese Anspruchshaltung ist kaum noch auszuhalten. Es merkt doch eh keiner, dass bei der Berechnung der Armutsquote nur Menschen gerechnet werden, die einen eigenen Haushalt führen. Das sind natürlich weder Flüchtlinge, noch Studenten in Wohngemeinschaften, noch Pflegebedürftige oder Wohnsitzlose. Da kann man doch darüber hinwegsehen. Und hat nicht der Armutsexperte und Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik Walter Krämer völlig recht, dass ohnehin niemand mehr der offiziellen Statistik glaubt, weil nämlich die Armut bei uns seit Jahren sinkt, wie der Professor gesagt hat. Wofür bezahlen wir ihn denn so gut? Sein Redetalent hat er zuerst erfolgreich bei der FDP und jetzt bei der AFD entwickelt. Auf beide kann man sich verlassen, wenn es um das unverschämte Anspruchsdenken dieser 13 Millionen Menschen geht. Für ein Paar ohne Kinder 1.413 Euro, und das Monat für Monat. Vor fünfzig Jahren hat man davon sieben Großsippen verköstigt. Und heute wollen die noch ihren Urlaub auf Ballermann damit finanzieren. Was bleibt da noch für unsere Briefkästen in Panama übrig?

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